Sascha fotografiert in noch eisiger Kälte den Sonnenaufgang und wir warten auf die Öffnung des KOA-Offices um den Code fürs Wifi zu bekommen.
Um 8 Uhr gehen wir vor und stellen fest, dass das Office weder geöffnet, noch dass es auf der Uhr darin 8 Uhr ist. Also doch. Wir hatten es ja gestern schon vermutet.
Als das Office eine Stunde später tatsächlich öffnet, klärt sich die Situation: Arizona stellt tatsächlich nicht auf Daylight savings time um. Es sei ganz einfach, erklärt die Inhaberin. Im Sommer hätten sie die gleiche Zeit wie Kalifornien und im Winter die gleiche wie in Colorado. Aha.
(weitere Fotos unter: galerie.photo-fisch.de)In Seligman erkunden wir die Touri-Meile leider zeitgleich mit einer Horde Franzosen, die mit Reisebussen hierher gefahren wurden. Glücklicherweise entdecken sie jedoch nicht den kleinen bunten Laden von Lynne und Frank: Historic Seligman Sundries. Wie in den ursprünglichen Sundries gibt es hier ein bisschen von allem, außer der Apotheken-Ecke, erklärt Lynne. Natürlich erkennt sie unsere Herkunft und nennt uns dann ihren Nachnamen: Geyer. Ihre Familie kommt aus Tauber-Bischofsheim. 'It's a small world,' stellt sie fest.
Auch der Rest der kleinen Geschäfte ist gefüllt mit den typischen Souvenirs, ein bisschen kitschig aber irgendwie auch nett. Ein ice cream cone am Snow Cap muss dann sein, ein Sundae könne der Mann hinterm Tresen mir nicht verkaufen, da heute ja erst Freitag sei.
Weiter geht's auf der Route 66 in Richtung Kingman über Peach Springs, kurz davor befinden sich die Grand Canyon Caverns, die wir uns in einer 45-minütigen Tour zeigen lassen. Die in den Führungstext eingebauten Gags klingen ein wenig einstudiert, werden aber sympathisch herübergebracht und helfen uns, Kay und diese Tour in guter Erinnerung zu erhalten.
Zurück an der Oberfläche und auf der Route 66 gibt es wieder ein bisschen von unserem geliebten Nichts. Die Landschaft ist karg, aber schön. Erst kurz vor Kingman ist das Tal, die Mesa Vista, zunehmend bewohnt und anscheinend auch wohlhabend. Der Golfplatz hebt sich leuchtend grün von seiner Umgebung ab.
In Kingman brauchen wir erstmal eine Kaffeepause, als wir danach nach den Überresten der 66 suchen, sind wir fast ein wenig enttäuscht. Ist hier tatsächlich so wenig davon übrig geblieben oder haben wir was übersehen?
Schließlich befinden wir uns auf der Interstate in Richtung Needles, wo wir Kalifornien einen kurzen Besuch abstatten. Auch in Needles ist von der 66 nicht mehr allzu viel zu spüren: ein heruntergekommenes Motel, nicht mehr in Betrieb aber immerhin noch bewohnt - viel mehr können wir nicht entdecken und fahren deshalb weiter, am Colorado River entlang in Richtung Norden, nach Bullhead City. Unterwegs gibt es noch einen schönen Sonnenuntergang zu sehen und zu fotografieren.
(weitere Fotos unter: galerie.photo-fisch.de)Bullhead City ist größer als erwartet, am Fluss lang gezogen. Am nördlichen Ende finden wir den Campground, der nicht nur 'El Rio Waterfront' heißt, sondern sich auch direkt an der Waterfront befindet. An den Fluss selbst gehen wir aber erst morgen früh, jetzt werden erstmal Grillfleisch, Marshmallows und die angenehmen abendlichen Temperaturen genossen.
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